Der Operator richtet das zu bearbeitende Instrument in der Universalhalterung der Maschinentür anhand einer Schablone aus und kontrolliert die Stimmung der Saiten. Für den Programmablauf notwendige Maße werden direkt mittels einer Schieblehre vom Instrument abgenommen und zusammen mit anderen Merkmalen in vordefinierte Datenfelder eingetragen. Nach Abschluß der Messungen wird die Tür geschlossen und der Operator startet den Programmablauf. Auf die gespeicherten Daten kann bei späteren Bearbeitungen jederzeit zurückgegriffen werden.
Zunächst wird das Instrument gescannt, indem der Hals unter Saitenspannung – also unter Spielbedingungen – mit dem Sensor entlang jeder einzelnen Saite vermessen wird. Die gewonnenen "Diagnose"-Daten geben in Form von Zahlenwerten und Grafiken Aufschluß über die Bespielbarkeit des Instruments und sind der Ausgangspunkt für alle anschließenden Bearbeitungsschritte.
Die interaktive grafische Darstellung der Messdaten macht es sehr einfach festzustellen, ob und wie die Griffbrettkrümmung korrigiert werden muß. Im Falle einer Korrektur wird die Maschinentür geöffnet, um den Halsstab zu justieren. Nach erneutem Schließen der Tür erhält man wiederum einen Scan, um die Veränderung zu überprüfen.
Ist der Halsstab optimal eingestellt, kann sich der Operator dem Herzstück des plek pro Programms widmen, dem "Virtual Fret Dress" (fret dress = Bundabrichtung). Dieses Softwaretool ermöglicht die Einstellung des Bundabtrags beim Fräsen sowie eine Anpassung der Griffbrettradien und des sog. falloffs auf den höchsten Bünden. Dies geschieht zunächst alles virtuell, d.h. die VFD-Grafik simuliert das Ergebnis des Fräsens mit den gewünschten Parametern ohne tatsächliche Bearbeitung. Zu hohe oder zu niedrige Bünde sind sofort erkennbar und die virtuelle Bearbeitung kann gezielt korrigiert werden. Durch diese Vorgehensweise bleibt der Abtrag beim Fräsen minimal, d.h. die Bünde werden immer materialschonend abgerichtet.
Sind alle Parameter für die Bearbeitung geprüft, werden die Saiten gelockert und seitlich am Hals oder an der Halsrückseite verlaufend fixiert. Soll auch der Steg (bei akustischen Gitarren) bearbeitet werden, wird die Stegeinlage entfernt und mit einer speziellen Klemmvorrichtung am Maschinenrahmen befestigt.
Der Operator startet jetzt die eigentlichen Arbeiten: der Bundfräser richtet die Bünde ab, die Fräswerkzeuge in der Hochfrequenzspindel kerben den Sattel, formfräsen auf Wunsch dessen Oberfläche und fräsen die Stegeinlage auf die gewünschte Höhe. Nach der Bearbeitung wird die Stegeinlage wieder eingesetzt und die Saiten werden gestimmt. Mit einem optionalen Kontrollscan können die ausgeführten Arbeiten begutachtet und protokolliert werden.
Ein kurzes Polieren der Bundoberflächen per Hand, wie im plek-pro-Training vermittelt, schließt die Bearbeitung ab.
plek-pro-Performance im Werkstattbetrieb (ca. 20 KB)
plek-pro-Voraussetzungen für den Werkstattbetrieb (ca. 30 KB)
24.02.2010
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